Warum eine Begehung mehr ist als nur Kontrolle

Ein Gebäude oder Betrieb verändert sich ständig: Umbauten, neue Nutzungen, geänderte räumliche Strukturen, Anschaffungen oder neue Gefährdungspotenziale. Ein Brandschutzplan, der einmal erstellt wurde, kann daher schnell veraltet sein — und damit im Ernstfall wirkungslos.

Eine fachlich durchgeführte Objektbegehung schafft Klarheit über den aktuellen Zustand und bildet die Grundlage für wirksame Brandschutzpläne — sei es ein Feuerwehrplan, Flucht- und Rettungswegeplan oder ein Evakuierungskonzept. Nur wer weiß, wie das Gebäude wirklich aufgebaut ist, kann die passenden Schutzmaßnahmen ableiten.

Was bei einer Objektbegehung geprüft wird

Bei einer Objektbegehung werden alle sicherheitsrelevanten Aspekte eines Gebäudes ganzheitlich betrachtet — also nicht nur Technik, sondern auch bauliche und organisatorische Gegebenheiten. Dazu gehören etwa:

  • Lage und Zustand von Flucht- und Rettungswegen, Notausgängen und Rettungsplänen
  • Position und Zustand von Löschgeräten, Brandmeldern und weiteren Brandschutzeinrichtungen
  • Raumstrukturen, Zugänge, Brandabschnitte und Gefahrenquellen
  • Nutzung von Gebäudeteilen (z. B. Lager, Werkstätten, öffentliche Räume), insbesondere bei Umbauten oder geänderten Nutzungskonzepten

Besonders wichtig: Die Begehung verhindert, dass „Schein-Sicherheit“ entsteht — also der Zustand eines Gebäudes in Plänen dokumentiert ist, der Realität aber nicht mehr entspricht. Und im Brandfall kann eine fehlerhafte oder unvollständige Dokumentation Leben und Werte gefährden.

Wann eine Objektbegehung erforderlich ist

Nicht nur bei Neubauten oder großen Umstrukturierungen, sondern auch in bestehenden Betrieben sollte regelmäßig geprüft werden, ob der Brandschutz noch dem tatsächlichen Zustand entspricht. Empfohlene Anlässe sind:

  • vor Erstellung oder Überarbeitung von Brandschutzplänen
  • nach Umbauten, Sanierungen oder Nutzungsänderungen
  • vor behördlichen Abnahmen oder externen Zertifizierungen
  • als Teil regelmäßiger Qualitätssicherung — ganz besonders in Gebäuden mit hoher Belegung, frequentierten Bereichen oder erhöhtem Gefährdungspotenzial

Gute Vorbereitung & gründliche Dokumentation – der Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Damit eine Objektbegehung Wirkung zeigt, braucht es mehr als eine schnelle Inspektion. Eine sorgfältige Vorbereitung gehört unbedingt dazu: Pläne, Grundrisse und frühere Brandschutzdokumentationen sollten vorliegen. Während der Begehung sind alle wichtigen Details genau zu erfassen — Räume, Zugänge, Ausstattung, mögliche Hindernisse und Gefahrenquellen. Anschließend müssen alle Ergebnisse dokumentiert und bei Bedarf Maßnahmen abgeleitet werden.

Nur so entstehen verlässliche Dokumente — Brandschutzpläne, Evakuierungskonzepte, Feuerwehrpläne — die im Notfall tatsächlich helfen. Fehlerhafte oder unvollständige Pläne können im Ernstfall wertvolle Minuten kosten oder sogar dafür sorgen, dass Schutzmaßnahmen nicht greifen.

Objektbegehung = Prävention + Verantwortung

Eine Objektbegehung ist kein lästiges Pflichtprogramm, sondern ein entscheidender Schritt, um Menschen, Gebäude und Werte zu schützen. Wer Brandschutz ernst nimmt, erkennt mit einer Begehung Gefahren, dokumentiert Zustände realitätsnah und sorgt dafür, dass im Fall der Fälle alle Maßnahmen greifen.

Wer früh handelt, schützt nachhaltig — gegen Chaos, Haftung und schlimme Folgen.

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